Der Sportmediziner und Orthopäde Dr. Peter Baum hat mit seinem Klinikteam über mehr als 30 Jahre Fußbeschwerden und orthopädische Erkrankungen von Menschen aus der ganzen Welt analysiert und therapiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Selbst viele Frauen mit bereits geschädigten Füßen, wünschen sich, weiter High Heels tragen zu können.

Die Aufforderung, ihren Lieblingsschuh mit in die Ärztesprechstunde zu bringen, beantworteten viele Frauen ihre sorgsam aufbewahrten Stöckelschuhe mit. Doch der Wunsch, diese durch eine Schuhzurichtung „bequem zu machen“, musste jedoch immer wieder enttäuscht werden. Woher kommt diese tief verwurzelte Liebe zu den hohen Hacken?

Wer schön sein will muss leiden

Das Tragen hoher Schuhe maximiert nicht nur die reale Größe einer Person. Die zwangsläufig ganz andere, bewusstere Art und Weise aufrecht zu stehen, sich maßvoller, femininer zu bewegen und zu gehen strahlt nach innen und außen Selbstbewusstsein, weibliche Anziehungskraft und größere Autorität aus. War doch bereits im 16. Jahrhundert das Tragen von Schuhen mit Absätzen ein Merkmal des Adels und deshalb bei Trägerinnen und Trägern von Rang und Namen beliebt. Eine vorteilhafte optische Illusion verkürzt Füße, lässt Fesseln schlanker und Beine länger erscheinen, „der Po rutscht ein Stück nach oben und der Busen kommt besser zur Geltung“ (Wilde, 2013). Kürzere Schritte verbinden sich mit einer verstärkten Hüftrotation zu einer wiegenden, feminineren Gangart. Laut Morris, White, Morrison und Fisher gilt: Je höher die Schuhe, desto attraktiver und erotischer wirken Frauen (2012).

Wie wichtig der Schuh ist, fällt uns aber oft erst auf, wenn die Füße anfangen zu schmerzen. Wenn ihre Funktion gestört ist, kann schon der Gang zurück von der Oper zum Parkhaus zur Belastung werden – und auch Kopf-, Knie-, Hüft- und Nackenschmerzen kommen nicht selten von Füßen, die aus der Balance geraten sind. Sorgfältige Schuhauswahl ist deshalb die beste Prophylaxe gegen Schmerzen und Spätschäden.

Um jedoch zu verstehen, wie unsere Mobilität und Fußgesundheit langfristig erhalten werden können und welche Schuhe wir tragen sollten, müssen wir zunächst verstehen, wie der Fuß aufgebaut ist und funktioniert.

Fuß-Anatomie

Insgesamt 30 kleine Knochen formen den menschlichen Fuß und bilden miteinander 28 Gelenke. Im Zusammenspiel mit Muskeln, Sehnen und flexiblen Bändern ermöglichen sie die komplexen menschlichen Bewegungsabläufe und dienen zugleich als Stoßdämpfer. Die dämpfende Funktion übernehmen insbesondere Quer- und zwei Längsgewölbe. Sind diese gestört, werden Bandscheiben im Rücken oder Knorpel in Hüfte und Knie stärker belastet.

Das Fußskelett gliedert sich in Vor-, Mittel- und Rückfuß. Der größte Knochen im Fuß ist das im Rückfuß liegende Fersenbein, an dem die Achillessehne ansetzt. Über dem Fersenbein befindet sich das komplexe Sprunggelenk, dessen oberer Teil für Vortrieb sowie Auf-und-ab-Bewegung beim Gehen verantwortlich ist, während der untere Teil Unebenheiten des Untergrundes ausgleicht. Die fünf Mittelfußknochen im mittleren und vorderen Fußbereich formen zusammen mit zugehörigen Sehnen und Muskeln das vordere Quergewölbe. Trotz geringer Größe tragen die Mittelfußknochen im Moment des Abstoßes das gesamte Körpergewicht auf ihren Schultern.

3-Punkt- und 3-Brücken-Federung

Der gesunde Fuß wirkt aufgrund seiner drei Auflagepunkte sowie seiner Längs- und Quergewölbe als Stoßdämpfer. Im Stand verteilt sich die Belastung hinten auf das Fersenbein und vorne auf das erste und fünfte Mittelfußköpfchen. Beim Auftritt wirken die Längs- und Quergewölbe als Brücken, die das Körpergewicht stoßdämpfend abfedern.

Die menschlichen Fußgewölbe sind wie römische Bogen konstruiert. Den Zement ersetzen indes flexible Muskeln, Sehnen und Bänder. Trägt man über Jahre hinweg zu kleines oder zu großes Schuhwerk, rollt man beim Joggen falsch ab oder trainiert man die Fußmuskulatur ungenügend, können die Gewölbe mit der Zeit erschlaffen und schmerzhafte Überbelastungen und Fehlstellungen, etwa Spreizfuß entstehen.

Fußgeometrie

Ohne Berücksichtigung der zahlreichen Fußachsen ist ein stabiles, sicheres Gehen nicht möglich.

Wie komplex diese sind, zeigt eine ärztliche Fußuntersuchung, die gemeinhin folgende Achsen im Auge zu behalten hat: 1. Gewölbeformen (unter Belastung). 2. Fersenbeinachse. 3. Knöchelachse. 4. Vorfußstellung. 5. Zehenstellung.

Während die Füße in Rückenlage meist 15-20 Grad nach außen gerichtet sind, hängt die Fußstellung im Stand stark von der Oberschenkelhalsstellung und der Knierotation ab.

Diese Achsen und die sich verändernde Dynamik des Fußes unter Belastung müssen auch in den Leistenbau eines Schuhs miteinbezogen werden, um eine einwandfreie Abrollbewegung zu ermöglichen.

Abrollbewegung

Eine mechanische Abrollbewegung der Füße sorgt dafür, die von oben einwirkende Körperlast gleichmäßig und sukzessive auf möglichst alle Teile des Fußes gleichmäßig zu verteilen. Hierbei kommen nacheinander Längs- und Quergewölbe zum Einsatz – was von oben gesehen wie eine S-Kurve aussieht. Da es beim Auftritt zu einer bis zur 16-fachen Gewichtsbelastung kommen kann, ist das S-förmige Abrollen elementar für unsere Gehfähigkeit.

Das Gehen auf flachen Schuhen beginnt mit der Standbeinphase, in welcher der Fuß mit der Ferse auf den Boden aufsetzt. Die Fußsohle erreicht den Boden und übernimmt zunehmend das Körpergewicht. Nach Abrollen über den Fußaußenrand beendet die Bewegung des Großzehengrundgelenks die Gangphase. Der Bewegungsablauf verläuft also wellenförmig über den Außenrand der Fußsohle zum Kleinzehenballen und von dort quer zum Großzehenballen und zur Großzehenbeere. Die Bewegung endet mit dem Anheben des Rückfußes und dem Abdrücken über den großen Zeh.

Während jahrzehntelanger, vertrauensvoller und enger Zusammenarbeit mit den besten Orthopädieschuhtechnikern Deutschlands hinsichtlich individueller Zurichtung von Konfektionsschuhen stießen wir immer wieder auf Grenzen des technischen Machbaren. Daraus reifte die Erkenntnis, dass nur eine bereits in der Grundkonzeption dem Fuß angepasste Schuhkonstruktion eine grundlegende Verbesserung verspricht.

Konsequenzen für den Schuh

Um die oben erläuterte Funktionsweise des gesunden Fußes zu erhalten, ergeben sich folgende Anforderungen an den guten Schuh.

  • Die Verbindung zwischen Absatz und Sohle darf keineswegs starr sein und nur leichte Torsionen zulassen
  • Beim Fersenauftritt wirkt eine gelenkschonende Dämpfung am Absatz
  • Das Fußbett unterstützt den Erhalt der körpereigenen Quer- und Längsgewölbe
  • Die Ferse muss stabil gefasst sein
  • Der Vorfuß benötigt einen ausreichend breiten und hohen Raum
  • Damit der Fuß in der Abstoßphase beim Abrollen nicht nach vorne rutscht, muss die Fersenaufsatzfläche vertieft sein. Dies ist wesentlicher Bestandteil des patentgeschützten Maison Baum-Schuhs
  • Die Decksohle muss rutschhemmend beschaffen sein, um das Nach-vorne-Gleiten des Fußes zu verhindern
  • Die Absatz-Aufsatzfläche muss die physiologische Beintragachse respektieren und darf nicht zu klein sein
  • Es gilt die drei-phasige Abrollbewegung über Rück-, Mittel- und Vorfuß zu ermöglichen. Besonders kritisch ist die physiologische Abrollbewegung des Vorfußes
  • Eine weiche Fußeinbettung ist zwingend
  • Das Obermaterial darf nicht einschnüren, um die Mikrozirkulation nicht zu behindern

Ein guter Schuh bedarf eines Gesamtkonzeptes. Reinkleben einer Pelotte oder Gel-Pads lösen das Problem nicht. Um ein schönes und gemütliches Heim zu bauen, benötigt man mehr als Spitzhacke und Schaufel…

DEN ultimativen, guten Schuh für den Fuß gibt es nicht. Man kann aber den Füßen auf viele verschiedene Arten etwas Gutes tun. Dazu gehört insbesondere das regelmäßige Wechseln verschiedener Schuhtypen, Fußgymnastik, Fußpflege und Barfußlaufen, ebenso Faszienrollen und bewusstes Dehnen der Achillessehne nach längerem Tragen von High Heels oder längeren Sitzphasen.

Unter Berücksichtigung oben genannter Prinzipien versprechen Maison Baum-High Heels optimale Gehbedingungen flacher Schuhe. Mehr Informationen zu unserer patentierten Technologie finden Sie hier.

Ein guter Schuh muss nicht immer flach sein. Werfen Sie einen Blick auf unsere Modelle. Falls gewünscht, erhalten Sie eine persönliche und medizinisch fundierte Beratung bei Maison Baum.

Wie unsere Designerin die besten Materialien für unsere anatomischen Forderungen auswählt und dabei nahtlos zwischen deutscher Technologie, Orthopädietechnik und Design vermittelt, erfahren Sie hier unter Herstellungsprozess.